Duisburg · Nordrhein-Westfalen

Ruhrort

Hier treffen Rhein und Ruhr aufeinander. Hier liegt der größte Binnenhafen Europas. Und hier hat ein ganzes Viertel bewiesen, dass Industriegeschichte und Zukunft kein Widerspruch sein müssen.

1371
Erste Erwähnung
40 km
Kaianlagen
20.000
Schiffe pro Jahr
#1
Binnenhafen Europas
Seit dem 14. Jahrhundert

Ein Ort, der Geschichte atmet

Angefangen hat alles mit einem Zollposten auf einer Rheininsel. 14. Jahrhundert, nichts Besonderes eigentlich. Aber die Lage war zu gut. An der Ruhrmündung, direkt am Rhein. Innerhalb weniger Generationen wurde aus dem Handelsplatz der größte Binnenhafen der Welt. Kohle raus, Stahl rein, Getreide, Container. Was das Ruhrgebiet bewegt hat, ging über Ruhrort.

In den besten Zeiten war der Stadtteil voll mit Seeleuten aus aller Herren Länder. Die Kneipen hatten bis morgens geöffnet. Ruhrort war das St. Pauli des Westens, und das war keine Übertreibung. Dann wurden die Liegezeiten kürzer, die Crews blieben an Bord. Für eine Weile sah es so aus, als würde das Viertel einschlafen. Bis die Künstler und Filmemacher kamen und den rauen Charme für sich entdeckten.

Seit 1905 gehört Ruhrort auf dem Papier zu Duisburg. Frag aber mal jemanden, der hier wohnt. Die Antwort ist immer die gleiche: Ruhrort ist Ruhrort.

„Ruhrort ist kein Ort, den man besucht. Es ist ein Ort, der einen findet.“
Aus dem Viertel
Meilensteine

Vier Epochen, eine Geschichte

1371
Zollposten am Rhein
Auf einer Rheininsel wird ein Zollposten eingerichtet. Die Lage an der Ruhrmündung ist einfach zu gut. Was als strategischer Handelsplatz beginnt, wird das Ruhrgebiet für immer verändern.
1832
Der Hafen wächst
Mit der Eröffnung des Rheinkanals geht es richtig los. Kohle, Stahl, Getreide: alles läuft über den Hafen. In wenigen Jahrzehnten wird Ruhrort zum wichtigsten Umschlagplatz im ganzen Rheinland.
1905
Eingemeindung
Ruhrort wird Teil von Duisburg. Auf dem Papier. In der Praxis bleibt es ein eigener Kosmos. Der Hafen wächst weiter und wird zum Tor zur Welt für das Revier.
Heute
Kreatives Viertel
Die Schiffer sind weg, die Künstler da. Galerien in alten Ladenlokalen, Ateliers in Hinterhöfen, Kneipen mit mehr Geschichte als manche Stadt. Ruhrort erfindet sich neu. Ohne sich zu verbiegen.
Duisport

Der größte Binnenhafen der Welt

40 Kilometer Kaianlagen. Seehafenstatus. Direktverbindungen nach Antwerpen, Rotterdam, Amsterdam. Und seit ein paar Jahren kommen auch die Güterzüge aus China über die Neue Seidenstraße hier an. Wer glaubt, Duisburg sei nur Stahl und Kohle, war lange nicht mehr hier.

Seehafenstatus

Von hier fahren Binnenschiffe regulär nach Europa, Afrika, Naher Osten. Antwerpen, Rotterdam, Amsterdam sind über den Rhein direkt erreichbar. Ein Binnenhafen mit Seehafenstatus, das muss man sich mal vorstellen.

🚢

Neue Seidenstraße

Wer auf der Landkarte den westlichen Endpunkt der Seidenstraße sucht, landet in Duisburg. Ein Großteil der Direktfrachtverbindungen aus China kommt hier an. Globaler geht es für einen Binnenhafen nicht.

Industriekultur

In den alten Speichern und Silos sitzen heute Museen, Restaurants und ein Yachthafen. Den Masterplan für den Umbau hat Norman Foster entworfen. Strukturwandel, wie er besser kaum laufen kann.

Erleben

Mehr als Hafen

  • Museum der Deutschen Binnenschifffahrt Jugendstil-Hallenbad
  • Hafenfest „Ruhrort in Flammen“ Jährliches Highlight
  • Rheinorange Skulptur an der Mündung
  • Mühlenweide Halbinsel mit Rheinblick
  • Historische Museumsschiffe Am Hafenmund
  • Hafenrundfahrt Steiger Schwanentor
St. Pauli
„Wer Ruhrort mit St. Pauli vergleicht, liegt gar nicht so falsch. Wasser, Kneipen, verwinkelte Gassen. Nur ohne den Touristen-Zirkus.“
Seit 2016 legen sogar Flusskreuzfahrtschiffe an. Abends gibt es in den Kneipen spontane Konzerte und Lesungen, in den ehemaligen Ladenlokalen haben sich Galerien und Ateliers breitgemacht. Es passiert was.
Tatort

Schimanski“-Revier

In den Achtzigern blätterte die Farbe von den Fassaden. Die goldenen Jahre der Schiffer waren vorbei, und es sah nicht gut aus für Ruhrort. Dann kam Götz George. Als Kommissar Schimanski im Tatort machte er das Viertel über Nacht berühmt. Nicht hübsch, nicht poliert, sondern rau, direkt, ehrlich. Genau so, wie das Revier sich selbst sieht. Das Bild hat sich gehalten.

Lage

Wo Rhein und Ruhr sich treffen

Anreise

Ruhrort liegt im Norden von Duisburg. Straßenbahn 901, Haltestelle Karlstraße oder Friedrichsplatz, und man ist mitten drin. Wer mit dem Auto kommt, parkt an der Schifferbörse oder unter der Friedrich-Ebert-Brücke.

Sehenswürdigkeiten im Überblick

Museum der Binnenschifffahrt, Rheinorange-Skulptur, Mühlenweide, Hafenmund mit Museumsschiffen, Radiomuseum an der Bergiusstraße, Schifferbörse.

51.4536° N · 6.7269° E
Rhein → ← Ruhr Ruhrort

Kurs auf Ruhrort

Man muss kein Hafenexperte sein, um Ruhrort zu mögen. Einfach hinkommen, über die Mühlenweide laufen, in eine Kneipe setzen und zuhören. Den Rest erledigt das Viertel von allein.

Besuch planen